Praxis-Test: Barrierefreie Websites
Beim Gestalten von Websites wird oft vernachlässigt, dass zahlreiche Menschen in ihren Sinneswahrnehmungen eingeschränkt sind oder motorische Behinderungen haben und das Internet nicht in vollem Umfang nutzen können. Denn bestimmte Gestaltungsformen, wie kleine Schriftarten, ungünstige Farbkombinationen oder Flash-Animationen bilden oftmals unnötige Barrieren. Unternehmen sollten daher den eigenen Internetauftritt kritisch überprüfen, um behinderte Menschen nicht von der Internet-Nutzung auszuschließen und damit als potentielle Kunden zu verlieren.
Mit dem kostenlosen Praxis-Test Barrierefinder, der von der Leonhardt Multimedia GmbH entwickelt wurde, können Sie feststellen, ob Ihre Website auch für Menschen mit Behinderungen in vollem Umfang nutzbar ist. Der Barrierefinder ermittelt anhand einiger Fragen, welche Barrieren auf Ihrer Website bestehen und gibt in einer Auswertung Tipps und Hinweise zur entsprechenden Optimierung der Website. Weitere Informationen zum Praxistest finden Sie unter www.barrierefinder.de.
Einige Tipps zur „barrierefreien“ Gestaltung von Webseiten:
- Eine klar strukturierte Website erleichtert die Orientierung und sorgt dafür, dass sich die Besucher gleich zurechtfinden. Sämtliche Inhalte und Interaktionselemente sollten daher so präsentiert werden, dass sie von jedem Nutzer wahrgenommen werden können. Dabei unterstützen aussagekräftige Beschriftungen der einzelnen Links sowie eine einfach gestaltete Navigationsleiste eine gute Nutzerführung.
- Grundsätzlich gilt, je mehr eine Website mit Animationen, Flash und JavaScript-Elementen ausgestattet ist, desto mehr Barrieren können entstehen. Zahlreiche Browser, aber auch viele Hilfsmittel Sehbehinderter sind noch nicht in der Lage solche interaktiven Elemente in brauchbare Informationen umzusetzen. Es sollte daher gut überlegt sein, welche Gestaltungselemente auf der Website eingesetzt werden.
- Verwenden Sie bei Gestaltung Ihrer Website möglichst kontrastreiche Farbkombinationen, aber auch grafische Symbole und Gestaltungselemente, die von Sehbehinderten besser wahrgenommen werden können. Links, Bilder und Grafiken sollten deutlich erkennbar sein. Vermeiden Sie die Farbkombination Rot und Grün wegen der Farbblindheit einiger Surfer.
- Versehen Sie die Bilder und Grafiken auf Ihrer Website mit Textbeschreibungen, wie z.B. den Alt-Tags. Dies gilt auch für jede andere Form von Multimedia (Video, Sound etc). Diese Beschreibungstexte können dann von bestimmten Programmen ausgelesen und dem Nutzer vorgelesen werden.
- Trennen Sie die Textinformationen vom Layout der Website, z. B. durch den Einsatz von Cascading Style Sheets (CSS). So haben Sehbehinderte die Möglichkeit die Schriftgröße über den Browser oder das System den eigenen Sehgewohnheiten anzupassen.
Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf den Internetseiten des Projektes für Barrierefreiheit im Internet und der Stiftung Digitale Chancen.






