Mittwoch, 08. Februar 2012
IHK Hannover

    Elektronische Marktplätze: Tipps für den Einstieg

    Eine besonders effektive Art, im Internet Waren und Dienstleistungen zu handeln, ist der Vertrieb bzw. die Beschaffung über elektronische Marktplätze. Einkäufer und Anbieter werden dabei in konzentrierter Form zusammengeführt. Die Einkäufer können so leicht Angebote vergleichen und sich einen Marktüberblick verschaffen, die Anbieter erweitern die eigene Marktpräsenz und können so neue Kundenkreise erschließen. Ferner lassen sich die Vertriebs- bzw. Beschaffungsprozesse im Unternehmen deutlich vereinfachen.

    Um Startschwierigkeiten zu vermeiden, sollten Anbieter bedenken, dass die Preistransparenz zunehmen wird und Preiskämpfe wahrscheinlicher werden. Unternehmen, die erfolgreich den Einstieg in die Nutzung elektronischer Marktplätze schaffen wollen, sollten bei der Auswahl der geeigneten Marktplätze folgende Punkte beachten:

    1. Richtige Branchen, passende Güter?
      Allgemeine Standardprodukte wie Büroartikel sollten auf branchenübergreifenden (horizontalen) Marktplätzen gehandelt werden. Branchenspezifische (vertikale) Marktplätze bieten sich dagegen für den Kauf bzw. Verkauf von Dienstleistungen und Waren an, die nur für einen bestimmten Wirtschaftszweig interessant sind.

    2. Funktionsweise
      Marktplätze bieten unterschiedliche Formen der Preisgestaltung: Das Spektrum reicht von Festpreisen oder bilateralen Verhandlungen über Ausschreibungen bis hin zu Auktionen. Auch die Tiefe des Geschäftsprozesses ist unterschiedlich und geht von der reinen Geschäftsanbahnung bis zur Organisation der Zahlungsabwicklung per Internet.

    3. Geografische Ausrichtung
      Marktplätze gibt es in lokalen, regionalen, bundesweiten und internationalen Ausrichtungen. Fallen zum Beispiel anteilige Transportkosten für ein Produkt sehr hoch aus, sollte der Marktplatz Anbieter und Nachfrager aus der räumlichen Nähe zusammenführen.

    4. Einbindung der Mitarbeiter
      Die Nutzung eines Marktplatzes stellt Mitarbeiter vor neue Anforderungen. Etablierte Methoden im Beschaffungs- oder Vertriebsbereich werden in Frage gestellt und sorgen eventuell für Verunsicherung. Es gilt daher, die Mitarbeiter des Unternehmens frühestmöglich in den Einführungsprozess einzubinden.

    5. Sicherheit und Zuverlässigkeit
      Transaktionen müssen jederzeit und sicher vorgenommen werden können. Dazu gehört unter anderem, dass der Marktplatzbetreiber die registrierten Teilnehmer auf Leistungsfähigkeit und Bonität überprüft. Daten dürfen nicht von Unbefugten eingesehen oder verändert werden können.

    6. Hilfe bei der Nutzung
      Ein Marktplatz sollte eine einfache und übersichtliche Benutzerführung haben. Wichtig ist auch eine umfangreiche Suchfunktion und vor allem ein Service, etwa eine Telefonhotline, um schnell Hilfestellungen gewährleisten zu können.

    7. Anbindung an betriebliche IT-Systeme
      Ist eine Integration der Abläufe (Bestellung, Kauf, Bezahlung) in die betrieblichen Informationssysteme vorgesehen, sollte der Marktplatz entsprechende Schnittstellen anbieten.

    Hilfreiche Links:

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