Content-Management-Systeme (CMS)
Bei der Realisierung des Online-Auftritts kommen mittlerweile eine Vielzahl von Technologien und Softwareprodukte zum Einsatz. Für die Auswahl der entsprechenden Tools sind quantitative und qualitative Faktoren entscheidend. So beeinflussen u.a. die Komplexität der Anwendungen, die zu verarbeitende Informationsmenge und die Interaktivität die Auswahl der geeigneten Hard- und Software. Kleinere Online-Präsentationen mit 50 oder 100 Seiten können mit Software betrieben werden, deren Nutzung teilweise lizenzfrei (freeware) oder gegen ein geringes Entgelt (shareware) möglich ist.
Innerhalb dieser Kategorie ist eine weitere Differenzierung möglich:
- WYSIWYG-HTML-Editoren (z.B. Adobe GoLive, Adobe Dreamweaver, Microsoft Frontpage, NVU),
- Quelltext-Editoren (z.B. Phase 5, Arachnophilia),
- Einfache script- und dateibasierende Content-Management-Systeme (CMS) (z.B. CMSimple).
Bei dem Betreiben komplexer Websites mit mehreren 100 oder 1000 HTML-Seiten, ist der Einsatz eines datenbankbasierenden Content-Management-Systems (CMS) in den meisten Fällen sinnvoll. Sie behandeln Inhalte, Struktur und Layout getrennt, so dass einmal erfasste Elemente, wie z.B. Texte oder Bilder, mehrfach und für verschiedene Medien (z.B. für Internet, CD-Präsentation, Print, mobile Lösungen) verwendet werden können. Mit Hilfe von Stilvorlagen (Templates), die z.B. zuvor von der Internet-Agentur realisiert werden, kann der Mitarbeiter ohne Programmierkenntnisse Seiten für den Online-Betrieb erstellen. Darüber hinaus werden auch weitere Technologien bzw. Sprachen, wie z.B. Extensible Markup Language (XML) oder Wireless Markup Language (WML) von vielen Systemen unterstützt. Gerade bei einer internationalen Ansprache ist darauf zu achten, dass das CMS die Verwaltung der Mehrsprachigkeit unterstützt.
Eine Kategorisierung bzw. Einteilung der CMS in z.B. "kleine Lösungen" und "große Lösungen" erweist sich als sehr schwer. Die Auswahl eines geeigneten CMS hängt maßgeblich von den eigenen Anforderungen ab. Nachfolgend werden einige Kriterien aufgeführt, die von den zur Zeit am Markt angebotenen CMS erwartet werden können:
Systemspezifische Daten:
- Plattformunabhängigkeit (z.B. Unix, Linux, WIN/NT),
- Einsatz auf allen gängigen Webservern (z.B. Apache, MS Internet Information Server),
- Webbrowserbasierter Client zur Pflege und Administration der Daten,
- Unterstützung unterschiedlicher Datenbanksysteme (z.B. MySQL, Oracle, MS SQL Server).
Dokumentenmanagement:
- Editoren für Template-Erstellung,
- Einbindung externer Editoren und Browser,
- Entwicklung und Verwaltung mehrsprachiger Inhalte,
- Möglichkeit der zentralen Verwaltung multimedialer Informationen
(z.B. integriertes Digital Asset Management mit Möglichkeit der Verschlagwortung/Kategorisierung von Rich Media Elementen, wie z.B. Bilder, Videos, Dokumente) - Authoring, Versionierung.
Workflow Management:
- Zugriffskontrolle,
- Freigabezyklus (z.B. Freigabe der erstellten Seiten durch Chefredakteur),
- Zeitgesteuertes Publishing con Content,
- Statusberichte, Benachrichtigungen, Protokollierung.
Import-/Export-Schnittstellen:
- Word-, HTML-, XML-Dokumente,
- Import bestehender Websites / Datenbestände,
- Rich Text Editor zur Texterstellung bzw. –editierung innerhalb des CMS.
Skalierbarkeit:
- Unterstützte Webtechniken (z.B. ASP, PHP, CGI, AJAX),
- Schnittstellen zu anderen Applikationen,
- Angebot und einfache Integration von Zusatzmodulen
(z.B. Shop, Forum, Veranstaltungskalender) - Einsatz von Produktiv- und Liveserver.
CRM-Funktionen:
- Personalisierung
(z.B. zeitgesteuerte bzw. benutzerspezifische Darstellung von Inhalten) - Umfrage (Polls) / Voting
- Integriertes Newsletter-Modul
- Verwaltung von Microsites / Landing pages / Banner-Kampagnen
- "Web 2.0 Funktionen": z.B. Möglichkeit der Einbindung von User Generated Content (UGC)
- Onsite-Tracking
(z.B. zur Analyse von Benutzerpfaden bzw. des Kundenverhalten auf der Website)
Usability:
- Berücksichtigung von barrierefreien Richtlinien (BITV, WCAG),
- Automatische Sitemapgenerierung, Darstellung des Benutzerpfades
- Interne (indizierte) Freitextsuche.
Sonstiges:
- Unterstützung offener Standards (z.B. XML, RSS),
- Performance,
- Testmöglichkeiten,
- Support des Anbieters, Miet- / Lizenz-Modell,
- Kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems bzw. schnelle Reaktionszeiten bei bekannten Sicherheitslücken (kurzfristiges Angebot von Security fixes / Patches).
Neben kommerziellen CMS-Produkten, wie z.B. Imperia, Vignette, Livelink ECM, findet man mittlerweile auch im OpenSource Bereich professionelle Lösungen, wie z.B. TYPO3, OpenCMS, Joomla!, Drupal, eZ Publish. Dabei bietet die zuletzt genannte Lösung laut offizieller Website eine besondere Konstellation:"eZ Publish Premium verbindet die Freiheit von Open Source mit der Herstellergarantie eines großen Software-Anbieters.".
Bei den kommerziellen Anbietern können die offerierten Lösungen schnell im 5stelligen Bereich hinsichtlich der Lizenzkosten liegen. Darüber hinaus werden am Markt auch preisgünstige ASP-Mietmodelle (ASP: Application Service Providing) angeboten, bei dem das CMS auf einem Server des Providers betrieben wird.
Eine Entscheidungshilfe für die richtige Auswahl des CMS bietet u.a. das Portal www.contentmanager.de mit zur Zeit über 1.400 Produkten. Dabei können die Lösungen auch direkt mit ihren wesentlichen Funktionen verglichen werden.
Michael Weber
VisionConnect GmbH
Aktualisierte Fassung vom: 01. Oktober 2008






