Vom Pixel bis zur Benutzerführung – Grundlagen des Web-Designs
Eine ganz kurze Einführung
| Bei der Gestaltung einer Internet-Präsentation müssen verschiedene Anforderungen in Einklang gebracht werden. Zielgruppen müssen definiert werden, die Art der Internet-Präsentation und natürlich das Angebot an Informationen und/oder Serviceleistungen für den Kunden/Besucher müssen festgelegt werden. Hilfreich ist es immer sich bei Mitbewerbern zu informieren. |
Internet-Präsentationen – Beispiele:
Image-Präsentation
Die Image-Präsentation spiegelt das Selbstverständnis eines Unternehmens wieder. Es sollte im besten Falle das Image aufwerten.
www.jobis.de (Flash)
Firmenpräsentation
Bei einer reinen Firmenpräsentation werden Unternehmen, Produkte und Services dargestellt.
Shop-System
Produkte und Leistungen eines Unternehmens werden mittels eines Shopsystems verkauft. Der Schwerpunkt liegt auf dem direkten Verkauf.
Konzept
Bei der Realisierung der Internet-Präsentation wird als erstes ein ausführliches Konzept gemeinsam von einem Unternehmen und einer Agentur bzw. einem IT-Dienstleister erarbeitet. In diesem Konzept wird mit Hilfe von z. B. Diagrammen oder Benutzer-Szenarien die Informationsstruktur festgelegt. Dem Konzept kommt besondere Bedeutung zu – spätere Erweiterbarkeit, die Pflege und Aktualisierung der Internet-Seiten müssen schon hier berücksichtigt werden: Was kann das Unternehmen selbst leisten, welche Aufgaben sollten durch die Agentur erledigt werden?
In dem Konzept sollten u.a. folgende Punkte festgelegt werden:
- Art und Umfang der interaktiven Elemente
(z.B. Gästebuch, Bestellmöglichkeiten, Animationen) - Medieneinsatz
(z.B. Warenkorbsysteme, Videosequenzen, 3D-Szenen) - Navigationshilfen
(z.B. Suchfunktion, Sitemap, Schlagwortliste)
Danach erfolgt der Entwurf des Erscheinungsbildes, der Navigation und des Seitenlayouts durch die Agentur. Dieser Entwurf wird dem Unternehmen präsentiert und mit ihm abgestimmt.
Erst nach Zustimmung durch das Unternehmen erfolgt die eigentliche Umsetzung der Internet-Präsentation durch die Agentur.
Entwurf
Beim Entwurf der Internet-Präsentation müssen verschiedene grundlegende Elemente des Screen-Designs berücksichtigt werden, insbesondere:
Bilder und Grafiken
Bilder und Grafiken haben besondere Bedeutung, da über ein Bild im gleichen Zeitraum mehr Informationen aufgenommen werden können, als über gelesenen Text. Informationsgrafiken verdeutlichen oftmals besser komplexe Sachverhalte, als umständliche Beschreibungen. Die Bilder müssen für die Verwendung im WWW optimal aufbereitet sein, da sich sonst die Ladezeiten der Seiten unnötig erhöhen.
Layout
Hierunter ist nicht nur das Setzen von Texten zu verstehen, sondern das Gesamtlayout der Seiten, d.h. an welcher Stelle befindet sich die Navigation, wo die Inhalte. Ziel ist es möglichst klare visuelle Informationsblöcke zu bilden. Hierbei sind diese vier Prinzipien der Gestaltung zu berücksichtigen:
- Nähe – Elemente, die zusammengehören sollten auch räumlicher nah angeordnet werden
- Ausrichtung – die einheitliche Ausrichtung von Elemente verstärkt ihre Zusammengehörigkeit
- Wiederholung – bestimmte Gestaltungselemente sollten innerhalb eines Designs immer wiederholt werden
- Kontrast – unterschiedliche Elemente sollten auch unterschiedlich gestaltet sein, wichtige Elemente müssen betont werden
Text
Texte im Internet müssen wesentlich kürzer sein und stärker gegliedert werden als Texte für den Printbereich. Lange Texte sollten als Download angeboten werden.
Farbe
Mittlerweile gibt es bei der Wahl der Farben keine Einschränkung mehr. Die Einschränkungen ergeben sich lediglich aus der Wahl des Grafikformates. Allerdings sollte man Farben mit guten Kontrasteigenschaften wählen und auch daran denken, dass viele Monitore nicht oder nur unzureichend kalibiert sind.
Benutzerführung
Die Benutzerführung hängt stark von der Gliederung der Informationen ab. Sie sollten den Zielgruppen angemessen sein. Eine gute Kontrollmöglichkeit ist die Frage: wieviel Mausklicks braucht der Nutzer, um zu der gewünschten Information zu gelangen? Sind wichtige Informationen schnell (2 bis 3 Mausklicks) zu erreichen? Ebenfalls eine Richtlinie ist die 7-Elemente-Regel. Aufgrund physiologischer Ursachen kann ein Mensch auf einen Blick maximal 7 Objekte erfassen (+/- 2). Auf eine Internet-Präsentation angewendet, bedeutet diese Regel, daß eine bestimmte Anzahl von Hauptpunkten auf der Homepage nicht überschritten werden sollte. Sonst erscheint sie als Mengentext und kann nicht mehr auf einen Blick erfasst werden.
| Abb. 1 – Jede Seite ist von jeder anderen Seite aus zu erreichen. | Abb. 2 – Streng hierarchische Gliederung der Informationen | Abb. 3 – Teilweise hierarchische Gliederung mit Querverweisen zwischen tieferliegenden Seiten. |
| Dies ist zwar das Prinzip des Hypertextes, allerdings ist bei dieser Form der Seitenverknüpfung für den Nutzer nicht ersichtlich, wo er sich im System befindet. | Das führt u.U. zu langen Wegen für den Nutzer bis die gewünschten Informationen gefunden werden. Vorteil ist, daß der Nutzer immer weiß, wo er sich im System befindet. | Diese Mischform aus den beiden vorherigen Anordungsmöglichkeiten ist die aus Nutzersicht optimale Lösung. Einerseits hat so der Nutzer immer den Überblick über seine Position in der Präsentation, andererseits werden relevante tiefer liegende Informationen miteinander verknüpft. |
Ausblick
Das Design einer Internet-Präsentation wird zukünftig stärker von folgenden Aspekten beeinflußt:
- Internet-Präsentationen von Unternehmen werden eine starke Personalisierung erfahren - der Besucher/Kunde kann sich Informationen einer Internet-Präsentation nach Bedarf zusammenstellen. Dies muß in der Strukturierung des Internet-Angebotes berücksichtigt werden.
- Der Medien-Mix in den Internet-Auftritten wird mittelfristig größer werden, d.h. z.B. Videosequenzen oder 3D-Szenen stellen nicht mehr die Ausnahmen oder das besondere Highlight einer Präsentation dar, sondern sind Elemente wie Text und Bild.
- Es wird mehr kostenpflichtige Informationsangebote geben. Ein zahlender Kunde stellt höhere Ansprüche an Inhalt und Darstellung.
- Dringend notwendige Standards für elektronische Zahlungsverfahren, Verschlüsselung von Dokumenten und Authentifizierung (digitale Signatur) werden sich etablieren und damit die Ausweitung des elektronischen Handels erheblich beschleunigen.
Adressen zum Thema Internet-Design
- de.selfhtml.org
- www.useit.com
- www.designtagebuch.de
- www.pixelgraphix.de
- www.desingfragen.de
- www.typografie.info
Dipl.-Des. (FH) Yvonne Scherzer, VisionConnect GmbH








