Extensible Markup Language (XML) - Einführung
XML ist eine Metasprache, mit der sich anwendungsbezogene inhaltliche Strukturen von Dokumenten und Daten unterschiedlichster Art beschreiben lassen. Durch diesen universellen, flexiblen und erweiterbaren Ansatz eröffnet sich für XML von der Textverarbeitung über Electronic Business bis zur Datenspeicherung ein fast unbegrenztes Einsatzgebiet.
XML ist ebenfalls wie HTML eng mit der Entwicklung des World Wide Web verknüpft. HTML beschreibt den Aufbau von Web-Seiten bzw. legt das Erscheinungsbild von Dokumenten im Browser fest. Die Beschränkung auf die formalen Aspekte der darzustellenden Dokumente führte zu der Einfachheit von HTML. Mit der schnell fortschreitenden Entwicklung des Web ist HTML allerdings an Grenzen gestoßen:
- HTML erlaubt nicht die semantische Kennzeichnung einzelner Elemente in einer Seite. Die Wiedergabe von Spezifikationen der Datenstrukturen ist nicht möglich.
- HTML beschreibt nur das Erscheinungsbild von Dokumenten und kann keine inhaltlichen Aspekte erfassen. Damit kann HTML nicht für gezielte Abfragen verwendet werden.
- HTML ist nicht erweiterbar; es ist daher nicht möglich, eigene Tags für spezifische Anforderungen zu definieren.
Um die Einschränkungen zu überwinden, wurde die Metasprache XML gebildet. Sie ist eine vereinfachte Untermenge von SGML (Standard Generalized Markup Language), ein vor über zehn Jahren verabschiedeter komplexer Dokumentenstandard, nachdem Daten nicht nur nach formalen Kriterien (wie Überschrift, Textkörper usw.), sondern auch nach inhaltlichen Gesichtspunkten strukturiert werden können. Jeder Anwender kann mit XML neue, eigene Tags für seine jeweiligen Anforderungen definieren, bspw. "Geburtsdatum" oder "Schuhgröße". XML stellt hierfür die Grammatik für die Beschreibung des Inhalts von Dokumenten bereit. Ein Geburtsdatum könnte dann wie folgt notiert werden: <GEBURTSDATUM>30.4.1965</GEBURTSDATUM>. Über das Aussehen wird an dieser Stelle keine Angabe gemacht. Es ist generell strikt vom Inhalt getrennt und wird in externen Dateien, Datenbanken, etc. festgelegt. Mit XML ist die individuelle Definition eigener Sprachversionen wie z.B. die verschiedenen HTML-Versionen möglich.
XML Anwendungsbereiche
- Dokumentenmanagement: z.B. Verträge, Produktkataloge, Preislisten
- Electronic Publishing: Unterschiedliche Ausgabeformate (HTML, PDF, ...) und Ausgabemedien (Browser, Katalog, Handy, ...)
- Datenaustausch im Geschäftsverkehr: z.B. Aufträge, Rechnungen, Preisanfragen
Weiterführende Informationen
http://www.softwareag.com/xml/dt/default.htm
Dr. Heiko Münkel
VisionConnect GmbH
06.08.2001




